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Herzfrequenzvariabilitäts-Biofeedback (HRV-Biofeedback) ist eine nicht-invasive Methode zur Regulation des autonomen Nervensystems, die in verschiedenen medizinischen Bereichen Anwendung findet.

Die vorliegende randomisierte und kontrollierte Studie hatte das Ziel die Wirksamkeit von HRV-Biofeedback bei Patienten mit leichtem Schädel-Hirn-Trauma zu untersuchen. Das Ziel ist es, festzustellen, ob HRV-Biofeedback zur Verbesserung der Symptome und des allgemeinen Wohlbefindens bei diesen Patienten beitragen kann.

Zur Erinnerung: Die Herzratenvariabilität (manchmal auch Herzfrequenzvariabilität genannt) bezeichnet die Fähigkeit des Organismus die Frequenz des Herzrhythmus zu verändern. Im ersten Moment mag es gut klingen, wenn Ihr Herzschlag stets gleich und regelmäßig ist. Doch wenn sich ein Freund hinter einer Tür versteckt und Sie erschreckt, wäre es eher unüblich, dass ein Herzschlag nicht steigt. Ein gesundes Herz ist in der Lage sich auf innere und äußere Einflüsse einzustellen und sich laufend den aktuellen Erfordernissen anzupassen.

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Methoden

Klienten mit leichtem Schädel-Hirn Trauma wurden zufällig in 2 Gruppen aufgeteilt. Während die experimentelle Gruppe HRV-Biofeedback-Training erhielt, gab es für die Kontrollgruppe eine Sham-Behandlung. Die Wirksamkeit des HRV-Biofeedbacks wurde anhand der Symptomskala, der kognitiven Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität der Patienten bewertet. Zudem wurden HRV-Messungen durchgeführt, um die autonome Regulation des Nervensystems zu erfassen.

Ergebnisse

Die Ergebnisse dieser Studie zeigten eine signifikante Verbesserung der Symptome bei jenen Klienten, welche ein HRV-Biofeedback-Training erhielten. Insbesondere wurden eine Reduktion von Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und kognitiven Beeinträchtigungen beobachtet. Die HRV-Biofeedback-Gruppe zeigte auch eine verbesserte autonome Regulation, was sich in einer erhöhten Herzfrequenzvariabilität und einer verbesserten Kohärenz des autonomen Nervensystems äußerte.

Jene Patienten, welche HRV-Biofeedback erhielten, berichteten zudem von einer verbesserten Lebensqualität und einem insgesamt besseren Wohlbefinden. Diese positiven Effekte wurden auch bei der Nachuntersuchung mehrere Wochen nach dem Training beobachtet, was auf langfristige Auswirkungen des HRV-Biofeedbacks hinweist.

Fazit

Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass HRV-Biofeedback eine vielversprechende Intervention für Patienten mit leichtem Schädel-Hirn-Trauma sein kann. Das Training führte zu einer signifikanten Verbesserung. HRV-Biofeedback könnte daher als ergänzende Behandlungsmethode in der Rehabilitation von Patienten mit leichtem Schädel-Hirn-Trauma betrachtet werden.

Jedoch ist weitere Forschung erforderlich, um die Langzeiteffekte und optimale Trainingsprotokolle zu untersuchen. Insgesamt bietet HRV-Biofeedback eine vielversprechende Möglichkeit, die Genesung und das Wohlbefinden von Patienten mit leichtem Schädel-Hirn-Trauma zu unterstützen.

…und persönlicher Kommentar

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass ich ein riesiger Fan des HRV-Biofeedback bin. Es ist einfach so eine schön basale Sache, die sich in meinen Augen eben durch ihre “Basalität” (ich werde jetzt nicht googlen, was das entsprechende Hauptwort ist, man darf mit Schwächen leben) auszeichnet. Dadurch, dass das so fundamental weit unten steht, hilft es wohl bei so vielen verschiedenen Beschwerdebildern. Wenn man sich da (z.B. bei unserer Ausbildung) reingefuchst hat, hat man ein sehr mächtiges Tool an der Hand!

 

Quellen: Lu, H. C., Gevirtz, R., Yang, C. C., & Hauson, A. O. (2023). Heart Rate Variability Biofeedback for Mild Traumatic Brain Injury: A Randomized-Controlled Study. Applied psychophysiology and biofeedback, 1-17.