Die Effekte von Biofeedback bewegen sich auf einem Kontinuum. Zu Beginn der Forschungsarbeiten stand hier der Spektrumsabschnitt vom Punkt “klinisch” bis hin zum Punkt “gesund” im Fokus. Doch von diesem Punkt aus geht es ja auch noch weiter, bis das Kontinuum bei “Höchstleistung” endet.

Diesen Gedanken im Hinterkopf wird Biofeedback auch angewandt um Spitzenleistungen im Sport zu erzielen. Eine Methode, welche hier verwendet wird ist das sogenannte HRV-Biofeedback.

Für neue Leser ein Zitat zur HRV: “Ein gesundes Herz reagiert auf alle Interaktionen in der Umwelt und auch auf Stimmungen und Gedanken. Diese Veränderungen – Variationen – des Herzrhythmus, bilden die Grundlage der Herzratenvariabilität (HRV). Ein gesundes Herz in einem gesunden Organismus sollte über die Fähigkeit verfügen den zeitlichen Abstand zwischen den einzelnen Herzschlägen zu verändern und sich so an innere oder äußere Einflüsse anzupassen.”

Die Studie

Ein höhere HRV erlaubt es dem Organismus sich besser an externe und interne Stimuli anzupassen. Das vorliegende Review von Jiménez et al. (2017) hatte nun das Ziel die Frage zu beantworten ob es genügend wissenschaftliche Evidenz gibt um die Verbesserung von sportlichen Leistungen mittels HRV-Biofeedback zu steigern.

Nach umfassender Recherche in diversen Literaturquellen und strenger Auswahl passender Studien wurden 7 Studien in die Auswertung aufgenommen (für ein Review in diesem Bereich eine durchaus respektable Zahl). Die Teilnehmerzahl befand sich im Bereich von 1-30 und beinhaltete die Sportarten

  • Tanzen
  • Golf
  • Basketball
  • Volleyball

Die Erfolgsrate in den Studien wurde jeweils über die Fähigkeiten gemessen, welche für die untersuchte Sportart relevant waren. So wurde beim Tanz die Dance Assessment Scale, welche in nationalen Wettbewerben in den USA angewandt wird und beim Golf wurde die Anzahl an nötigen Schlägen für einen 18-Loch Kurs gewählt.

Die Interventionen selbst zeigten einige Unterschiede, obwohl die meisten auf dem HRV-Protokoll von Lehrer et. al (2000) basierten. Dieses besteht aus einer wöchentlichen 20-minüten Sitzung für 10 Wochen, sowie nicht überwachter Übung 2 mal täglich für 20 Minuten. Änderungen, die in manchen Studien vorgenommen wurden waren z.B, dass statt 10 wöchentlichen Sitzungen für 10 Tage täglich eine Sitzung durchgeführt wurde.

Ergebnisse und Fazit

In 85.71% der untersuchten Studien verbesserten sich durch HRV-Biofeedback psychophysiologische Werte der Athleten, was ihnen ermöglichte ihre sportliche Leistung zu verbessern. Einige der Ergebnisse waren z.B verringerte Angst und Verbesserung um 16 Schläge beim Golf oder eine signifikante Reduktion der Laufzeit bei 5km-Lauf

Die Autoren geben an, dass diese Ergebnisse, trotz der relativ geringen Anzahl experimenteller Studien, nahelegen, dass HRV-Biofeedback ein effektives, sicheres, leicht erlernbares und anwendbares Werkzeug für Athleten und Coaches sei um die sportliche Leistung zu verbessern.

 

QuelleMorgan, S. J., & Mora, J. A. M. (2017). Effect of Heart Rate Variability Biofeedback on Sport Performance, a Systematic Review. Applied Psychophysiology and Biofeedback, 1-11.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28573597