Vielen Studierenden fällt der Start in das universitäre Leben schwer. Angst und Stress gehören hier zu den häufigsten problematischen Symptomen unter Studierenden. Normale Stresslevel sind hierbei natürlich in gewissem Maße normal, aber dauerhafter Stress kann zu ernsthaften Problemen führen. Verschiedenste Studien haben gezeigt, dass viele Studierende zumindest moderaten Stress wahrnehmen und einige (9-12%) sogar extremen.

Die vorliegende Studie von Chaló et al. (2017) hatte das Ziel die Effektivität eines kurzen Biofeedback-Interventionsprogramms auf die Reduktion von Angst und Stress bei Studierenden mit hohen Stresslevels zu untersuchen. Hierzu wurden nur Studierende in die Studie aufgenommen, welche einen bestimmten Wert (bei oder über dem 75er Perzentil) im STAI Y-2 (ein psychologischer Test für Angst) erreicht hatten. Um für die Auswertung das Level an Stress zu messen, wurde der ISEU angewandt.

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt, eine Biofeedback-Interventionsgruppe sowie eine Wartelistenkontrollgruppe.

Die Biofeedback-Gruppe
Die Biofeedback-Sessions bestanden aus 15 Minuten Training pro Woche über einen Zeitraum von 8 Wochen. Die Teilnehmer absolvierten hier ein Hautleitwert-Biofeedbacktraining und die erhielten direkte Rückmeldung über Ihren Erfolg in der Reduktion des Hautleitwerts.

Als Anleitung wurden die Teilnehmer wurden gebeten ruhig zu sitzen und mit der Atmung einem vorgegebenen Atemmuster (6 Atemzüge pro Minute) zu folgen. Nach der Sitzung folge eine kurze Besprechung und die Teilnehmer wurden auch instruiert die Methoden zur Entspannung dann auszuprobieren, wenn sie im Alltag Angstgefühle erlebten.

Ergebnisse
Eine Woche nach dem Ende des Biofeedback-Programms folgte die Post-Interventionserhebung. 50 Studierende nahmen an der Hauptstudie teil und 44 flossen in die Auswertung mit ein (zwischen 18 und 24 Jahre).

In der Prä-Erhebung zeigten sich keine Unterschiede in den Werten der Biofeedback- und der Kontrollgruppe, während nach dem Programm nur die Biofeedbackgruppe eine signifikante Reduktion der Werte von Angst und Stress zeigte. Nicht nur in den Gruppen selbst (Prä-Post) zeigten sich Unterschiede, auch zwischen den Gruppen gab es nach Behandlungsende signifikante Unterschiede in beiden Tests.

Fazit
Zusammenfassend weisen die Studienergebnisse nach Ansicht der Autoren in die Richtung, dass Biofeedback eine mögliche und nützliche Technik mit guter Akzeptanz (alle Teilnehmer gaben auch an die Biofeedback-Einheiten genossen zuhaben) bei den Studierenden ist, welche genutzt werden kann um Studierenden dabei zu helfen Angst- und Stresssymptome zu lindern.

 

Quelle:
Chaló, P., Pereira, A., Batista, P., & Sancho, L. (2017). Brief Biofeedback Intervention on Anxious Freshman University Students. Applied Psychophysiology and Biofeedback, 1-6.
https://link.springer.com/article/10.1007/s10484-017-9361-5